Heute möchte ich dir fünf wichtige Dinge zeigen die nicht in deinem Rucksack fehlen sollten, wenn du einen Fototrip in Norwegen machst. Ich war selbst schon mit der Kamera und dem Zelt auf einem Roadtrip in Norwegen. Dabei sind mir einige Dinge aufgefallen, die ich vielleicht noch gebraucht hätte. Aber mir ist auch bewusst geworden, dass man meist zu viel Unsinn mitschleppt. Vieles davon wird oft gar nicht benötigt. Ich möchte dir hier einfach ein paar Tipps geben, was du in den Rucksack packen solltest, wenn du einen ernsthaften Fototrip in Norwegen machen möchtest.

Wetter, Jahreszeit und Location bedenken

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass dieser Punkt jedem selbst bewusst ist. Norwegen is natürlich sehr vielfältig und ich kann nicht wissen, wo genau ihr euren Fototrip starten wollt. Während in den nördlichen Regionen ganzjährig winterlich warme Kleidung erforderlich ist, sieht das im Süden schon ganz anders aus. Dort kann es, je nach Jahreszeit, sehr warm sein. Dann wird Schwitzen eher ein Problem sein, als Frieren.

Meine Tipps beziehen sich also auf meine Erfahrungen. Ich war zwar nicht sehr hoch im kalten Norden, aber dafür im April unterwegs. April klingt bei uns schon irgendwie nach Frühling, nach Wärme nach dem Winter und aufblühenden Pflanzen. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass April in Norwegen noch tiefster Winter ist. Aber gerade wenn man Polarlichter ablichten will, bleiben eine Reise in kältere Regionen und lange Nächte im Freien nicht aus. Daher sollte die oberste Priorität sein: Warm bleiben! Und zwar nicht nur du selbst, auch deine Kamera, Objektive und Akkus. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man abbrechen muss, weil man es nicht mehr aushält oder die Akkus vor lauter Kälte keine Power mehr haben.

5 Dinge, die bei einem Fototrip in Norwegen nicht fehlen sollten

ein lichtstarkes Weitwinkel-Objektiv

Das mag für viele ersteinmal verwirrend klingen. Das Weitwinkel benutzt man ja eigentlich hauptsächlich für die eindrucksvollen Landschaften in Norwegen und blendet dabei sowieso auf f/8, f/11 oder noch weiter ab. Im Prinzip stimmt das ja auch, aber gerade in Norwegen hätte ich mir das ein oder andere Mal ein lichtstarkes Weitwinkel, wie z.B. das Nikon AF-S 20 mm f/1.8 G ED, gewunschen. Norwegen bietet sich aber sehr für Nightscapes an. Das Land ist wenig dicht besiedelt, was zu einem sehr geringen Maß an Lichtverschmutzung führt. Das lädt regelrecht dazu ein, z.B. nachts das Milchstraßenzentrum zu fotografieren oder die Landschaft im Licht des Vollmondes. Und wenn du nachts eben keine Sternspuren auf deinen Bildern wünscht, ist die Lichtstärke des Objektivs sehr wohl wichtig. Wenn du natürlich ausschließlich bei Tageslicht fotografierst, benötigst du wohl die zusätzliche Lichtstärke nicht. Ich persönlich mag Festbrennweiten schon wegen der meist besseren Abbildungsleistung, auch wenn es etwas schwieriger wird die passende Komposition zu finden. Ich will damit nicht sagen, dass mein Nikon AF-S 16-35mmf/4 VR in irgend einer Weise schlecht abbildet, aber im direkten Vergleich mit einer Festbrennweite sind doch Unterschiede erkennbar.

Stirnlampe mit Rotlicht

Eine Stirnlampe ist ebenfalls dann besonders wichtig, wenn du Polarlichter einfangen willst. Schließlich kannst du das nur im Dunkeln tun. Ich kenne inzwischen meine Kamera in- und auswendig und finde alle häufig genutzten Funktionen und Tasten fast blind. Aber trotzdem muss man hin und wieder eine Einstellung vornehmen oder eine Taste betätigen, die man nicht so häufig braucht. Dann wird es schwierig. Außerdem muss man im Dunkeln auch mit anderem Equipment hantieren, wie z.B. einem Fernauslöser oder beim Wechsel des Objektivs. Am besten ist es, wenn die Lampe eine Rotlicht-Funktion hat. Damit kannst du alles sehen ohne dabei die Dunkeladaption der Augen zu beeinflussen. Wenn du eine normale Stirnlampe nutzt, ziehen sich die Pupillen deiner Augen sehr schnell wieder zusammen. Das führt dazu, dass du es dann ohne Lampe wieder wesentlich schwerer hast Objekte wie Sternbilder am Himmel zu erkennen. Es dauert dagegen sehr lange, bis sich die Pupillen dann in der Dunkelheit wieder weiten. Ganz grob zusammengefasst ist das der Grund, warum du auf Rotlicht setzen solltest.

Wer mehr darüber erfahren möchte kann sich hier genauer informieren. Natürlich sollte man bei der Stirnlampe dann das Rotlicht unabhängig vom weißen Licht einschalten könnten, das ist nicht selbstverständlich. Wenn man erst das weiße Licht einschalten muss, um später auf rot umzuschalten, macht das Ganze keinen Sinn mehr. Petzl hat mit der Tikka Black eine sehr zuverlässige und robuste Stirnlampe im Angebot. Mir ist es das Geld wert, da ich die Lampe auch hervorragend zum Bergsteigen nutzen kann.

Heatpacks

So banal das klingen mag, aber diese Heatpacks oder Wärmekissen können das wichtigste Gadget beim Fotografieren in extremer Kälte sein. Was nützt es dir, wenn alle Rahmenbedingungen hervorragend sind, du aber abbrechen musst, weil du es nicht mehr aushältst? Warm bleiben hat dabei wirklich oberste Priorität. Warm bleiben ist dabei auch genau die richtige Formulierung. Wenn du erstmal wieder warm werden musst, ist es bereits zu spät. Um das zu erreichen, solltest du ein paar solcher Heatpacks mit dabei haben. Diese kannst du dir einfach in deine Hosentasche oder die Handschuhe stecken, um zu verhindern, dass deine Hände kalt werden. Auch gegen kalte Füße in den Schuhen helfen sie hervorragend. Ein weiterer, wichtiger Vorteil: Wenn du bei extremer Kälte draussen fotografierst, werden dir früher oder später die Linsen anlaufen. Um dieses Problem zu umgehen, kannst du dir einfach zwei dieser Wärmekissen mit Klettband ans Objektiv hängen.

Thermoskanne

Auch hier geht es natürlich wieder um das Thema „warm bleiben„. Das Auskühlen des Körpers verhinderst du am effektivsten von Innen. Wenn du dir also vor deiner Tour in die kalte Natur noch schnell einen heißen Tee machst, und diesen dann auch über lange Zeit heiß transportieren kannst, hast du schon viel gewonnen. Mein ganz einfacher Tipp deshalb: Nimm dir eine gute Thermoskanne mit. Ich habe bei diesem Gadget direkt etwas mehr ausgegeben und zum Markennamen gegriffen. Ich wurde nicht enttäuscht. Auch nach vielen Stunden ist der Tee oder Kaffee in der Kanne noch heiß, oder zumindest sehr warm. Ohne diese gehe ich im Winter nicht mehr zum Fotografieren außer Haus.

Vallerret Photography Gloves

Meiner Meinung nach kommt keiner, der häufig in kalter Umgebung fotografiert, an den Vallerret Photography Gloves vorbei. Das ewige Dilemma… Fotografie mit Handschuhen. Ständiges An- und Ausziehen, keine Bedienbarkeit der Kamera oder kalte Finger. Das ist endgültig vorbei mit diesen speziell für Fotografen entwickelten Handschuhen aus Norwegen. Sie sind wasserdicht und durch das Innenfutter aus Merinowolle immer angenehm warm. Damit ihr aber die Tasten und Einstellräder eurer Kamera weiterhin gut bedienen könnt, könnt ihr ganz einfach die Fingerkuppen von Daumen und Zeigefinger bei Bedarf zurückklappen. Bei meinem Fototrip in Norwegen hätte ich sie mir nicht wegdenken können. Es gibt inzwischen viele verschiedene Modell von Vallerret, schaut einfach mal dort im Shop vorbei. Da sollte jeder fündig werden, auch wenn sie natürlich nicht gerade sehr billig sind. Aber sie sind jeden Cent wert!

Fazit

Norwegen ist derart vielfältig, dass man nicht die eine Packliste erstellen kann. Es hängt dabei stark davon ab, wann du wo genau hinfährst und was du dort vor hast. Was du wirklich dringend brauchst, kannst du natürlich nur selbst wissen. Einige der hier vorgestellten Artikel benötigst du nicht, wenn du dich in wärmeren Regionen Norwegens aufhältst. Wenn du deinen Fototrip in Norwegen allerdings ähnlich gestaltest wie ich, dann sind die Gadgets sehr hilfreich.