Warum nutze ich eigentlich immernoch manchmal einen Fernauslöser, obwohl ich doch eine moderne DSLM mit integrierter Intervallaufnahme und Selbstauslöser mein Eigen nennen darf? Eigentlich hat man mit diesen beiden Tools doch doch alles On-Board, wofür früher der Fernauslöser gebraucht wurde? Nun, das stimmt auch soweit und ich nutze ihn auch überaus selten. Aber in einer speziellen Situation kommt er immernoch zum Einsatz. Das möchte ich euch in diesem Beitrag einmal kurz erklären.

Wozu brauche ich überhaupt einen Fernauslöser?

Ganz einfach: In Zeiten von analogen Kameras nutzte man ihn hauptsächlich, um Verwacklungen zu vermeiden, die beim Drücken des Auslöser unvermeidlich entstehen, wenn die Kamera auf einem Stativ steht. Als die Kameras mit immer mehr elektronischen Features und Hilfsmitteln ausgestattet wurden, konnte man diese Verwacklungen oft auf mit dem kamerainternen Selbstauslöser verhindern. So mache ich das noch heute. Sobald die Kamera auf dem Stativ festgeschraubt wird, stelle ich routinemäßig sofort den Selbstauslöser mit 2 Sek. Vorlauf ein. So kann ich auf den Auslöser drücken, und erst 2 Sekunden später wird das Bild aufgenommen. Super Sache!

Dennoch war der Fernauslöser noch nicht vollends ausgestorben. Die meisten Kameras konnte man nur auf Belichtungszeiten von maximal 30 Sek. einstellen. Wer mehr wollte, musste zwangsläufig zum Fernauslöser greifen, wenn er nicht während der gesamten Belichtung mit dem Finger auf dem Auslöser bleiben wollte (um damit das Bild bis zur Unbrauchbarkeit zu verwackeln). Ich kann an meiner Fuji allerdings intern schon Belichtungszeiten von bis zu 15 Minuten einstellen.

Das letzte Anwendungsgebiet ist ein eher spezieller Bereich. Dafür braucht man dann schon einen programmierbaren Fernauslöser. Die Rede ist natürlich von Timelapse- oder Startrail-Aufnahmen. Dabei müssen eine Serie von mehreren hundert Fotos, in einem festgelegten Abstand mit einer festgelegten Belichtungszeit, aufgenommen werden. Meine Fujifilm X-T2 kann allerdings sogar das. Während es im DSLR-Bereich meist nur den extrem teuren Profimodellen vorbehalten ist, bekommen viele DSLMs eine Intervallaufnahme-Feature. So auch viele Kameras von Fujifilm.

Es muss nicht immer teuer sein. Für meine Zwecke reicht dieser günstige Kabel-Fernauslöser vollkommen aus. Er kostet nur ein paar Euro und benötigt noch nicht einmal Batterien.

Warum benutze ich also den Fernauslöser doch hin und wieder?

Alle oben genannten Gründe für einen Fernauslöser könnte ich also irgendwie auch kameraintern regeln. Warum ich ihn dennoch hin und wieder nutze? Das ist ganz einfach erklärt:

Der kamerainterne Intervallmodus steht immer auf einer Intervallzeit von einer Sekunde. Das heißt, zwischen zwei Bildern wartet die Kamera genau eine Sekunde bis sie die nächste Belichtung beginnt. Das klingt erstmal nicht weiter dramatisch, kann aber bei schnelleren Timelapse-Szenen zu Problemen führen. Beispielsweise könnte eine Fahrt auf einem Slider ruckelig im Video erscheinen. Es fehlt ja immer eine Sekunde zwischen den Bildern.

Ich mache zwar relativ selten Timelapse-Sequenzen, aber Startrail-Aufnahmen dagegen schon häufiger. Und selbst da kann die einsekündige Zwangspause ein Problem werden. Wenn euch nämlich eine ganze Sekunde zwischen den Belichtungen fehlt, kann sich das, abhängig von der Brennweite, bereits in kurzen „Gaps“ in den Sternspuren bemerkbar machen. Auf diesem 100%-Ausschnitt seht ihr, was ich meine:

Lücken zwischen Sternenspuren

Lösung des Problems:

Für Startrail-Aufnahmen stelle ich die Kamera in den schnellen Serienbildmodus und wähle die gewünschte Belichtungszeit der Einzelbilder manuell. Danach stecke ich einen Kabelfernauslöser der einfachsten Sorte an, löse aus und stelle ihn fest, wie ich das im Bulb-Modus bei Langzeitbelichtungen auch tun würde. Die Kamera macht dann solange Aufnahmen in der gewünschten Belichtungszeit, bis der Fernauslöser wieder gelöst wird. Zwischen den einzelnen Belichtungen kommt es zu keiner Verzögerung. Der Verschluss schießt nacht unten und sofort wieder nach oben für die nächste Belichtung. Somit entstehen keine „Gaps“ in den Sternspuren.

In diesem Beitrag erkläre ich, wie du deine Fuji-Kamera mit einer Powerbank als externer Stromversorgung nutzen kannst. Dadurch lassen sich endlos lange Aufnahmesequenzen, wie sie beispielsweise für Startrails von nöten sind, erstellen. Und das ohne den teueren Batteriegriff!