Fujifilm hat also nun die sehr erfolgreiche X-Serie abermals erweitert. Vor Kurzem wurde das neue Flaggschiff der Serie vorgestellt, die X-Pro 3. Natürlich interessiert mich der neue Body auch sehr und ich habe mich mal auf die Suche nach Informationen gemacht. Ist die neue Kamera so innovativ, dass ich sie mir holen werde?

Fujifilm X-Pro 3 – Die Keyfeatures

Sensor und Bildqualität

Die X-Pro 3 ist, wie bereits die beiden Schwestern X-T3 und X-T30, mit dem rückwärtig belichteten 26,1 Megapixel X-Trans™2 CMOS 4-Sensor und dem X-Prozessor 4, ausgestattet. Einerseits ist das schonmal keine große Neuerung. Andererseits allerdings, kann man sich hier schonmal einer hervorragenden Bildqualität sicher sein. Jeder, der schon einmal mit einer X-T3 oder X-T30 fotografiert hat, wird das wohl so bestätigen können. Fuji bleibt also seiner Linie treu. Eine Kamerageneration bekommt stets die gleiche Sensor-Prozessor-Kombination, wie das schon bei vorherigen Serien wie z.B. X-Pro 2, X-T2 und X-T20 der Fall war.

Autofokus

Dank eines verbesserten AF-Algorithmus steigt die Low-Light-Empfindlichkeit des Phasen-Autofokus angeblich auf bis zu -6EV. Das stellt wirklich einen extrem guten Wert dar und verspricht eine zuverlässige AF-Funktion selbst bei nahezu völliger Dunkelheit. Lange galt der Autofokus bei den spiegellosen Kameras als Schwachpunkt gegenüber den Spiegelreflex-Kameras, aber selbst eine Canon EOS 5D Mark IV kommt mit ihren Kreuzsensoren „nur“ auf einen Wert von -4EV. Ob sich dieses Versprechen von Fujifilm bewahrheitet, bleibt noch abzuwarten.

Neu ist zudem der „AF Range Limiter“. Mit der X-Pro3 ist es jetzt möglich, zwei zuvor abgespeicherte Fokuseinstellungen abzurufen oder mithilfe des Fokusrings den gewünschten Fokusbereich festzulegen.

Hybrid-Sucher

Die X-Pro Reihe von Fujifilm ist ja bekannt für sein Messsucher-Prinzip. Anders als z.B. bei der X-T3, die eher einer klassischen Spiegelreflex-Kamera nachempfunden ist, sitzt der Hybrid-Sucher nicht mittig, sondern links oben. Wie bei einer klassischen Messsucher-Kamera lässt sich dieser als optischer Sucher (OVF) nutzen und bietet einen unverfälschten Blick auf das Motiv, und das in Echtzeit.

Wir wären aber nicht im digitalen Zeitalter, wenn man ihn nicht auch als elektronischen Sucher (EVF) nutzen könnte. So lassen sich dann Belichtungskorrekturen oder diverse Custom-Settings schon vor der Aufnahme betrachten. Beim elektronischen Sucher haut Fujifilm diesmal auch ordentlich was raus. Er bietet ein Kontrastverhältnis von 1.500, eine Helligkeit von 1.500 cd/m² und eine sRGB-Abdeckung von satten 97%. Das sind Werte die von vielen PC-Monitoren nicht erreicht werden. Dazu kommt eine Auflösung von 3,69 Millionen Pixeln, was aufgrund der kleinen Fläche eine extreme Pixeldichte ergibt. Damit lassen sich selbst kleinste Details darstellen.

Die X-Pro3 bietet darüber hinaus die Funktion eines elektronischen Messsuchers (Electronic Rangefinder oder ERF). Dadurch wird die Leistungsfähigkeit des optischen Suchers erweitert. So wird im Sucher ein kleines EVF-Fenster angezeigt, das sich beispielsweise zur Vergrößerung des fokussierten Bildbereichs oder zur Bildkontrolle nutzen lässt.

Klappdisplay

Das Display lässt sich um ca. 180 Grad nach unten umklappen, um Aufnahmen aus der Hüfte, in Bodennähe oder über Kopf zu erleichtern. Es verfügt über eine Auflösung von 1,62 millionen Pixeln und ist auch bei seitlicher Betrachtung und Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Ganz neu ist dabei der kleine 1,28 Zoll Infoscreen auf der Rückseite des Displays. Ist das Display also zugeklappt, werden auf dem kleinen Infoscreen nützliche Informationen angezeigt. Dank einer sogenannten Color-Memory-Funktion ist dies sogar noch der Fall, wenn die Kamera ausgeschaltet ist. Im Modus „Klassisch“ werden Informationen zu Filmsimulations-Effekt, Weißabgleich und andere noch aus der analogen Fotografie bekannte Belichtungsparameter eingeblendet. Verschlusszeit, ISO, verbleibende Aufnahmen und diverse weitere Informationen kommen im Modus „Standard“ zum Vorschein.

Wetterfestes Titan-Gehäuse

Das Gehäuse besteht aus einer stabilen Magnesiumlegierung und ist, wie bei den Vorgängern auch, natürlich wieder wetterfest. Das bedeutet, dass der Body der X-Pro 3 an 70 Stellen gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet ist. Schlechtes Wetter wie Regen oder Kälte sind somit also ebenfalls kein Hindernis für das neue Flaggschiff von Fujifilm. Bis zu Temperaturen von -10° C ist sie, laut Hersteller, in vollem Umfang einsatzbereit.

Die beiden Modellvarianten „DURA Schwarz“ und „DURA Silber“ verfügen zusätzlich über eine extra harte Beschichtung namens Duratec. Sie soll das Gehäuse noch unempfindlicher gegen Kratzer machen. Genau das Richtige wenn man plant, sie in einer rauen Umgebung einzusetzen.

Wusstest du schon? Fujifilm hat vor Kurzem auch ein neues Allround-Zoom auf den Markt gebracht. Das Fujinon XF 16-80 mm F4 R OIS WR. Hier kannst du dir meinen Beitrag dazu ansehen.

Kaufe ich nun oder nicht?

Nun, diese Frage ist ersteinmal gar nicht so leicht zu beantworten. Ich bin äußerst interessiert an dem, was Fuji da auf den Markt wirft. Die Pro-Reihe hat mir schon immer sehr gut gefallen. Ein nostalgisches Messsucher-Flair kommt auf, wenn man mit einer Fufjifilm X-Pro loszieht, egal welcher Generation. Ich sah zuletzt noch keinen Grund, von meiner X-T2 auf die X-T3 aufzurüsten. Ein etwas neuerer Sensor in Kombination mit etwas mehr AF-Geschwindigkeit waren es mir bisher nicht wert, so viel Geld auszugeben. Dagegen hätte mich schon aufgrund der Optik, Haptik und des Flairs eine X-Pro schon immer interessiert. Da ich jetzt, technisch gesehen, eine nochmal verbesserte X-T3 eben mit genau diesen Eigenschaften bekommen kann, ändert meine bisherigen Überlegungen schon.

Ich kaufe aber selten gleich zur Markteinführung. Ich werde vermutlich noch das ein oder andere Firmwareupdate abwarten und dann zuschlagen, wenn die ersten kleinen Kinderkrankheiten beseitigt sind. Dann wird es aber schon sehr wahrscheinlich, dass ich eine Fujifilm X-Pro 3 als Ergänzung zu meiner X-T2 kaufe.

Fotos von fujifilm.eu