Es rumort wieder bei Fujifilm! Lange Zeit brodelte die Gerüchteküche über neue XF Fujinon Objektive. Vor kurzem wurde dann ein neues Allround-Zoomobjektiv vorgestellt, das Fujinon XF 16-80mm f4 R OIS WR. Mit einem Brennweitenbereich von ca. 24 – 120mm (bezogen auf das Kleinbild-Format), reiht es sich damit ein in die Kategorie der Allround-Reisezoomobjektive, wenn man das so betiteln möchte. Meiner bescheidenen Meinung nach, ist es damit optimal als „Immerdrauf“ für ausgedehnte Wanderungen oder Städtetrips geeignet und könnte eventuell mein bisheriges Standardzoom, das Fujinon XF 18-55mm F2,8-4 R LM OIS, ersetzen. Ab Ende September 2019 soll es dann erhältlich sein und ca. 850€ kosten.

Die technischen Daten des Fujinon XF 16-80 mm F4 R OIS WR

Ich hatte bisher nicht die Gelegenheit, ein Exemplar zu testen. Deshalb kann auch ich meine erste Einschätzung nur anhand der technischen Daten abgeben. Über die Bildqualität kann ich mir also auch kein Urteil erlauben, allerdings gehe ich schwer davon aus, dass Fuji seiner Linie treu bleibt und nur äußerst hochwertige Objektive in die XF-Serie wirft. Die Qualität der Objektive, hat mich noch bei keinem anderen Hersteller derart überzeugt und ich habe keinen Grund anzunehmen, dass sich das mit dem XF 16-80mm ändert. Ich vergleiche in diesem Beitrag immer direkt mit meinem XF 18-55mm, weil das neue eben genau dieses ersetzen können sollte.

XF 16-80mm F4 R OIS WRXF 18-55mm F2,8-4 R LM OIS
Konstruktion16 Linsen in 12 Gruppen (3 Asph. und 1 ED-Element)14 Linsen in 10 Gruppen (3 Asph. und 1 ED-Element)
Brennweitenbereich16-80mm (ca. 24-120mm KB-Format)18-55mm (ca. 27-75mm KB-Format)
max. Blendenöffnungf/4f/2.8 – f/4
min. Blendenöffnungf/22f/22
InnenfokussierungJa, dadurch bessere WetterbeständigkeitNein
Naheinstellgrenze35cm30cm
BildstabilisatorJa, bis zu 6 StopsJa, bis zu 4 Stops
Größeca. 78 x 89mm65 x 70mm
Gewicht440g330g
Filtergröße72mm58mm

Wusstest du schon? Vor Kurzem wurde das neue Flaggschiff der Fuji X-Serie vorgestellt, die X-Pro 3. Natürlich interessiert mich der neue Body auch sehr und ich habe mich mal auf die Suche nach Informationen gemacht. Ist die neue Kamera so innovativ, dass ich sie mir holen werde?

Warum ich mir den Kauf des XF 16-80 mm F4 überlege

Irgendwie unterscheiden sich die Daten gar nicht so wahnsinnig von denen des 18-55mm, welches ich aktuell als Standardzoom verwende. Warum ich mir die Anschaffung trotzdem überlegen werde, möchte ich euch anhand einiger Stichpunkte aufzeigen. Auf den zweiten Blick lassen sich nämlich schon wichtige Unterschiede erkennen, die letztlich für die Kaufentscheidung wichtig sind.

Mehr Flexibilität

Der größte Vorteil, den ich im XF 16-80mm f4 sehe, is die Flexibilität. Der Brennweitenbereich deckt so ziemlich alles ab, was ich bei Bergtouren brauche, bis auf den langen Telebereich. Dafür habe ich aber dann noch das XF 55-200mm. Im Vergleich zum 18-55mm würde ich mir so manchen Objektivwechsel ersparen, weil ich einfach vieles im mittleren Telebereich noch mit 16-80mm abdecken könnte. Dabei darf man auch nicht vergessen, dass ein Quäntchen mehr Weitwinkel an Bord ist, nämlich 16mm statt 18mm. Klingt nach nicht besonders viel, aber in manchen Situationen kann das tatsächlich sehr angenehm sein. Ausserdem müsste ich nur im Weitwinkelbereich leichte Einbußen der Lichstärke von jetzt f2.8 auf dann f/4 hinnehmen. Am langen Ende liegen die beiden mit f/4 gleich auf.

Ich durfte an meiner Nikon schon einmal das 24-120mm f4 testen und empfand auch das als wesentlich praktischer für landschaftliche Touren, als mein 24-70mm f2.8. Aber das ist ganz eindeutig Geschmackssache und liegt in jedermanns persönlichem Ermessen.

Innenfokussierung und Wetterbeständigkeit

Das Objektiv verschiebt, anders als z.B. das XF 35mm f/1.4,  die Linsenelemente beim fokussieren im Innern des Gehäuses. Dadurch kann es effizienter gegen Wasser und Staub abgedichtet werden. Für mich ist das ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt, da ich die Linse ja auf längeren Outdoor-Trips im Einsatz haben möchte. Wenn ich bei einer Mehrtagestour am Berg in einen andauernden Regenschauer komme, muss ich mir damit schon mal weniger Sorgen machen. Für mich ist das, neben dem Gewicht, einer der größten Pluspunkte gegenüber dem XF 16-55mm f/2.8. Welches der beiden natürlich in der Bildqualität besser abschneidet, bleibt abzuwarten.

Geringes Gewicht

Der wohl wichtigste Punkt für mich. Trotz des langen Brennweitenbereichs und der noch vertretbaren Lichtstärke von durchgehend f/4, wiegt das Fujinon XF 16-80 mm F4 R OIS WR nur 110g mehr, als mein XF 18-55mm F2,8-4. Dafür, dass ich dann wesentlich weniger häufig das Objektiv wechseln muss, trage ich die 110g dann doch gerne mit mir herum. Gerade den Telebereich zwischen 50 und 80mm (ca. 75mm – 120mm im KB-Format) nutze ich in den Bergen relativ häufig. Dafür muss ich bisher jedoch immer auf das Fujinon XF55-200mm wechseln. In genau diesem verlängerten Brennweitenbereich, bei gleichzeitig kaum mehr Gewicht, sehe ich den abolut größten Pluspunkt am XF 16-80 mm.

Besserer Bildstabilisator

Der überarbeitete Bildstabilisator soll nun bis zu 6 Stops kompensieren können. Über den Sinn und Unsinn eines Bildstabilisators lässt sich natürlich im Allgemeinen streiten. Ich hatte eine Zeit, in der ich alles vom Stativ aus fotografiert habe. Ihr wollt gar nicht wissen, wie viele wichtige Momente ich dadurch verpasst habe. Ich bin im Laufe der Jahre immer mehr dazu übergegangen, aus der Hand zu fotografieren. In manchen fällen kann da einfach eine Bildstabilisator hilfreich sein. In vielen Fällen ist er aber auch komplett überflüssig. Dass er im XF 16-80 mm verbaut ist, ist für mich ein klarer Pluspunkt, denn so kann ich so manches Foto bei schwierigem Licht noch aus der Hand schießen, wofür ich erst das Stativ auspacken müsste. 6 Stops sind jedenfalls eine Ansage und Besitzer einer Fuji X-H1 dürfte das doppelt freuen, denn die Stabilisatoren der Objektive arbeiten hervorragend mit dem in der X-H1 verbauten IBIS zusammen und schaffen dann sogar noch mehr als 6 Stops.

Ich bin gespannt

Dies sind die wichtigsten Faktoren, die mich dazu bringen, mein 18-55mm eventuell zu verkaufen und mir das XF 16-80mm anzuschaffen. Mir würde nur im Weitwinkel etwas Lichtstärke verloren gehen, dafür gewinne ich 2mm Brennweite nach unten und 25mm zum lange Ende hin. Das Gewicht ist sozusagen fast dasselbe und beide Objektive sind wetterbeständig abgedichtet und haben einen Bildstabilisator. Die geringere Lichtstärke kann ich, gerade im Weitwinkel, aber gut verkraften, da ich mich bei der Landschaftsfotografie meist sowieso irgendwo zwischen f5.6 und f/11 bewege. Brauche ich mehr Licht, nehme ich das Samyang 12mm f/2 oder das Fuji XF 23mm f/2, welches dann von der Brennweite eher vergleichbar ist.

Abzuwarten bleibt natürlich die Bildqualität. Wie bei allen Fujifilm-Objektiven, gehe ich aber davon aus, dass die Bildqualität super sein wird. Ob sie wirklich die Top-Qualität des XF 16-55mm f/2.8 heranreicht, kann ich jetzt noch nicht beurteilen. Ich denke es wird nah dran sein, zumindest aber so gut wie das XF 18-55mm F2,8-4 oder sogar besser. Und selbst bei diesem konnte ich mich über mangelnde Bildqualität nie beschweren.

Fotos von Photoscala.de