Jeder, der schon mal seinen Hund mit in den Urlaub nehmen wollte, weiß genau, welche Probleme das geben kann. Hotels oder Ferienwohnungen, in welche man Tiere mitbringen darf, sind äußerst schwer zu finden. Wenn man dann eine gefunden hat, ist sie schwerer zu bekommen als ein Termin beim Hautarzt. Gut, ich mag etwas übertreiben, aber ihr wisst schon was ich meine. Warum Tiere noch immer so wenig akzeptiert werden, ist mir manchmal ein Rätsel. Reisen mit dem Hund ist nicht immer einfach.

Wir haben dafür jedoch eine Lösung gefunden. Es mag viele ersteinmal abschrecken, aber wenn du ein bisschen abenteuerlustig bist, wirst du es genießen. Kauf dir einen Kastenwagen und baue ihn zum „Do-It-Yourself-Camper“ um. Der Traum vom eigenen Wohnmobil muss nicht immer von Pössl kommen und 50.000€ kosten. Solide Basisfahrzeuge bekommst du schon für einen Bruchteil dessen. Durchsuche dafür einfach mal diverse Gebrauchtwagenplattformen nach VW T4 Transporter, Renault Master oder Peugeot Boxer. Dies sind nur drei Beispiele für bezahlbare Basisfahrzeuge. Wie viel Geld du dann in den Ausbau investierst, hängt davon ab wie viel Luxus du benötigst. Wir sind mit dem Basisfahrzeug inkl. Ausbau bei unter 3.500€ geblieben. Dieser Betrag hat sich schon nach den ersten längeren Roadtrips amortisiert.

Als wir uns zu dem Projekt entschlossen, wollten wir erstmal nicht zu viel Geld investieren. Schließlich wussten wir noch nicht genau, ob uns diese Art zu reisen überhaupt zusagt. Es ist daher ein 24 Jahre alter VW T4 Transporter geworden. Keine Klima, kein Tempomat, ja noch nicht mal eine vernünftige Geräuschdämmung zum Innenraum. Aber er fährt! Und das sehr zuverlässig. Den Ausbau haben wir komplett selbst gemacht. Angefangen von der Wärmedämmung, über die Holzkonstruktionen, bis hin zur Elektrik im „Wohnbereich“.

Hund am Strand vor dem Campervan

Mit diesem Gefährt sind wir überall zuhause. Die Welt wird zu deinem Vorgarten, wenn du einen Camper dein Eigen nennen kannst. Und das beste: Der Hund kann immer und überall mitkommen. Auf Campingplätzen sind Hunde häufig erlaubt und selbst wenn wir einmal keinen finden sollten, bleibt uns noch die Möglichkeit frei zu stehen. Einerseits ist mir das als Fotograf wesentlich lieber, da ich oft direkt „on Location“ übernachten und zum Sonnenaufgang gleich loslegen kann. Andererseits spart es auch eine Menge Geld. Seit wir den VW Bus haben, sind wir häufiger unterwegs. Vielleicht nicht immer ganz so weit weg, aber wesentlich häufiger.

Der Hund im Van

Um allen beteiligten das Reisen mit dem Hund so angenehm wie möglich zu gestalten, haben wir eine Transportbox fest im Bus verschraubt. Das ist das Beste für die Sicherheit des Hundes. Falls wir scharf bremsen müssen, ist er sicher in seiner fest verschraubten Box. Ein Mensch schnallt sich schließlich auch an. Außerdem ist es für ihn auch die bequemste Art zu reisen. Mit einer Decke als Einlage, schläft unsere kleine Terrortöle da hinten drin über weite Strecken wie ein Stein und kommt viel entspannter an. Ein entspannter Hund bedeutet im Umkehrschluss ein entspanntes Frauchen und Herrchen.

Um wenigstens den groben Dreck vom Bus fern zu halten, solltet ihr aber unbedingt an ein altes Handtuch denken. Damit rubbelt ihr den Hund ordentlich ab, bevor er nachts zu schlafen einsteigt.  Glaubt mir, tut ihr das nicht, sieht es schon bald verheerend aus da drin. Der Geruch ist auch hin und wieder ein Thema. Meist aber nur wenn der Hund wirklich nass ist. Dafür haben wir uns zwei Gadgets besorgt: Windabweiser an den Fenstern* von Fahrer und Beifahrer. Damit können wir sie auch wenn es regnet einen Spalt geöffnet lassen und bekommen stets Frischluft in den Bus. Und eine Verriegelung* die es uns erlaubt, die Heckklappe ein Stück geöffnet zu lassen, ohne dass man diese jedoch von außen öffnen könnte.

So sind wir nun schon fast 10.000km in Europa unterwegs gewesen und solange dem T4 nichts fehlt und der TÜV ebenfalls seinen Segen dazu gibt, werden es noch viele mehr. Ja, wir verzichten auf etwas Luxus, wie z.B. eine Klimaanalage oder den Tempomaten. Aber insgesamt fällt das nicht wirklich ins Gewicht bei den Erlebnissen, die man auf seinen Roadtrips geschenkt bekommt. Wenn ihr jetzt während der Reise noch schön regelmäßig kleine Pausen macht, und den Hund oft genug die Füße vertreten lasst, dann steht eurem Abenteuer mit dem Vierbeiner nichts mehr im Weg.

Für uns steht fest: Wenn diesen Bus irgendwann das Zeitliche segnet, dann werden wir uns wieder einen Camper selbst ausbauen. Der Hund dankt es uns, wenn er nicht jedes Mal bei Verwandten zuhause bleiben muss. Reisen mit dem Hund kann wirklich schön und entspannend sein! Probiert es aus! Wenn ihr ein ähnliches Projekt geplant habt und ein paar Tipps für ein Basisfahrzeug oder den Ausbau braucht, schreibt mir einfach direkt eine Mail. Ich helfe da gerne! Oder habt ihr andere Möglichkeiten gefunden, wie ihr den Vierbeiner mit auf euer Abenteuer nehmen könnt? Das würde mich natürlich auch interessieren.

Werberechtlicher Hinweis: Dies ist kein bezahlter Artikel. Inhalte und Empfehlungen beruhen auf meiner persönlichen Meinung. Links mit einem * führen zum Werbepartner Amazon.