Ende 2017 hat DxO die beliebten Photoshop-Plugins „Nik Collection“ von Google übernommen. Nach dieser Übernahme mussten die User vorerst mit einem Update vorlieb nehmen. Während der Funktionsumfang nicht erweitert wurde, ließ sich die Software damit aber wieder auf neueren Versionen diverser Betriebsysteme nutzen. Ich habe damals einen Beitrag zu dem Thema verfasst. Ändert sich das mit Version 2 der Software? Gibt es signifikante Verbesserungen? Ich durfte die Nik Collection 2 von DxO testen und möchte euch an meiner Meinung zur neuen Version teilhaben lassen.

Was gibt es Neues in der Nik Collection 2?

Der wahrscheinlich größte Unterschied zu den Vorgängerversionen ist wohl, dass PhotoLab 2.3 Essentials nun zum Lieferumfang gehört. Ein RAW-Konverter, der als direkte Konkurrenz zu Adobe Lightroom gedacht ist. Ich konnte diesen aber leider nicht testen, da er nach wie vor keine RAW-Files von Fujifilm-Kameras unterstützt. Das ist für mich leider schon der erste Punkt, den ich zu bemängeln habe. Ausserdem liest man im Internet häufig, dass die neue Version der Nik Software nun mit RAW-Files arbeiten kann. Nun, ganz ehrlich, diese Aussage stimmt so nicht. Auch in PhotoLab 2.3 können die Plugins nicht direkt genutzt werden. Die Bilder werden als 16-Bit Tiff’s an die Nik Programme übertragen.

Die Nik Collection ist wegen der Qualität ihrer kreativen Filter sehr beliebt. Bereits in den vorherigen Versionen gab es 156 Presets. Diese werden nun um 42 neue in der Serie „En Vogue“ erweitert. Sie wurde in Zusammenarbeit mit Dan Hughes entwickelt. Er lehrt im Fachbereich Fotografie am Rochester Institute of Technology und war früher auch Trainer bei Nik Software. Ebenso verfügt Color Efex Pro nun über 10 ergänzende Voreinstellungen, Silver Efex Pro über 10 Schwarzweiß-Voreinstellungen, HDR Efex Pro über 12 HDR-Voreinstellungen und Analog Efex Pro über 10 neue Werkzeugkombinationen. Ich persönliche habe nie viel für solche Presets übrig gehabt, da Bilder einfach zu individuell sind, um sie mit Voreingestellten Looks zu versehen. Dennoch muss ich zugeben, dass ein paar der neuen Presets wirklich ansprechend aussehen, sofern das Bild auch dazu passt.

Die Oberfläche der Nik Collection 2 ist nun endlich auch auf HiDPI-Monitore unter Windows angepasst. Wer also einen 4K-Monitor mit Windows benutzt, hat nun endlich kein verpixeltes Interface mehr. Diese Neuerung war meiner Meinung jedoch zwingend notwendig und hätte als kostenloses Update für die ältere Version kommen müssen.

Ein weiterer Pluspunkt ist für mich die Performance. Ich habe keine Messwerte, es mag also Einbildung sein, aber die neue Version läuft gefühlt schon etwas performanter. Die Vorschau wird schneller erzeugt, wenn man die Regler schiebt und auch die Ebenen mit den jeweiligen Filtern in Photoshop werden schneller erzeugt. Den Ladebalken sieht man also nicht mehr ganz so lange.

  • Color Efex der Nik Collection 2 von DxO
  • Silver Efex
  • Analog Efex
  • HDR Efex

Mein Fazit zur Nik Collection 2 von DxO:

Ich bin seit vielen Jahren ein großer Fan der Nik Collection. Natürlich war ich damals sehr erfreut, als Google das Softwarepaket übernahm und kostenlos anbot. Allerdings habe ich auch kein Problem damit, ein paar Euro dafür auszugeben. Ich benutze die Tools bei nahezu jedem meiner Bilder weil man dadurch einfach wesentlich schneller zum Ziel kommt. Diese eingesparte Zeit ist mir schon auch ein paar Euro wert.

Allerdings habe ich mit dem Konzept von DxO mit der Nik Collection 2 noch so meine Probleme. Der Preis für das Softwarepaket liegt immerhin bei stolzen 149 Euro. Natürlich ist dabei das Ziel, den RAW-Konverter DxO PhotoLab weiter zu verbreiten aber diese Strategie stört mich. Ich habe, vor allem als Fuji-User, bereits zwei Konverter im Einsatz: Adobe Lightroom und Capture One. An Lightroom liebe ich die Verwaltung und Organisation großer Kataloge. Capture One liefert mir bei der RAW-Entwicklung der Fuji-RAW-Files ein etwas besseres Ergebnis, weshalb ich bestimmte Bilder inzwischen darin entwickle und dann als Tiff wieder in den Lightroom-Katalog importiere. Zusammengefasst: Ich brauche und will auch keinen Raw-Konverter aufgezwungen bekommen. Zumal ich dieser noch nicht einmal mit den RAW-Files meiner Fuji X-T2 zurecht kommt. Mir wäre eine Version der Nik Collection 2 ohne DxO PhotoLab, und dafür für einen erheblich geringeren Preis, wesentlich willkommener.

Eine handvoll neuer Presets und eine etwas verbesserte Performance rechtfertigen für mich den Preis von 149 Euro jedoch leider nicht. Da würde ich erst zugreifen, wenn die Module der Nik Collection selbst wesentliche Neuerungen erfahren. Anders sieht das vielleicht aus, wenn man noch keinen RAW-Konverter hat. Dann kann bekommt man für sein Geld wirklich ein gutes Sorglos-Paket.